Die Anwendung der Ultraschalltechnik in
medizinischen Bereichen hat sich in den letzten Jahren
stark verbreitet, was nicht zuletzt auf die enorme
technische Weiterentwicklung
der Ultraschallgeräte
zurückzuführen ist. Sie ist daher auch in der
Tiermedizin als Mittel
der Diagnostik nicht mehr
wegzudenken.Unter Ultraschall, auch
Sonographie oder Echographie genannt,
versteht man hoch-
frequente Schallwellen, oberhalb des für den Menschen
hörbaren Bereichs (Frequenzen über 20 000 – 100
Millionen Schwingungen pro Sekunde = 20 kHz – 100 MHz).
Zur medizinischen Diagnostik werden Ultraschallwellen im
Bereich von 1 – 10 MHz verwendet. Die Ultraschallwellen
werden von einer Sonde ausgestrahlt und empfangen.
Sie ermöglichen es biologische Gewebe im Körper in einer
zweidimensionalen Ebene
(2D-Bild) darzustellen und so
Veränderungen dieser Gewebe festzustellen.
Treffen
Ultraschallwellen auf Gewebe werden sie je nach Struktur
und Aufbau der Gewebe unterschiedlich absorbiert oder
reflektiert. Diese Informationen werden von dem
Ultra-
schallgerät verarbeitet und dem
Tierarzt als Bild dargestellt.

Mittels der Ultraschalluntersuchung des Bauchraums,
auch Abdomensonographie genannt, können folgende Organe
auf Veränderungen (Vergrößerungen, Entzündungen, Zysten,
Steine, Zubildungen bzw. Tumor etc.) untersucht werden:
- Blase
- Prostata
- Milz
- Leber und Gallengangsystem
- Nieren und Nebennieren
- Bauchspeicheldrüse
- Gebärmutter und Ovarien
- Magendarmtrakt
Teilweise ist es notwendig, zusätzlich eine, ggf.
auch ultraschallgestützte, Probenent-
nahme (Urin, freie
Flüssigkeit, Gewebeproben) durchzuführen, um eine
eindeutige Diagnose der Organerkrankung stellen zu
können.
Neben den oben genannten Organen kann man ebenfalls
die Hoden, das Gesäuge,
sowie die Schilddrüse sonographisch untersuchen.
Des Weiteren lässt sich auch das Herz mittels
Ultraschall sehr gut untersuchen.
Die
Ultraschalluntersuchung des Herzens, auch
Echokardiographie genannt, wird heutzutage routinemäßig
zur Abklärung von angeborenen und erworbenen
Herzerkran-
kungen angewendet. Zusätzlich zur
2D-Bilddarstellung, wie sie auch bei der
Ultraschall-
untersuchung des Bauchraums verwendet wird,
haben sich bei der Herzultraschall-
untersuchung die
M-Mode- und die Doppleruntersuchung (Farbdoppler,
pulse-wave (PW) Doppler, continus-wave (CW) Doppler) als
sehr hilfreich erwiesen.
Das M-Mode ist eine
eindimensionale Darstellung, bei der Bewegungsabläufe in
ihrer Beziehung zur Zeit dargestellt werden können, wie
z.B. Herzklappenbewegungen.
Als Dopplereffekt bezeichnet
man eine Frequenzänderung der Schallwellen, wenn sie
von
einem bewegten Objekt, in diesem Fall von
Blutkörperchen, reflektiert oder gestreut werden.
Mittels der Dopplertechnik können Blutflußgeschwindigkeiten sowie Flußrichtungen ermittelt
werden.
Dadurch ist es möglich, Löcher in der Herz- (VSD -
Ventrikelseptumdefekt) oder Vorhof-
scheidewand (ASD – Atriumseptumdefekt) zu diagnostizieren, sowie Klappenundichtig-
keiten (z.B. Mitralklappeninsuffizienz)
oder –verengungen (z.B. Aorten- oder Pulmonal-
stenose) in
ihrem Schweregrad einzustufen.
Die Herzultraschalluntersuchung liefert dem Tierarzt
Informationen zur Struktur und zu den Bewegungsabläufen
von Herzwänden und Herzklappen, Wanddicke der
Herzkammern, Größe der Herzvorhöfe und Herzinnenräume,
Kontraktilität des Herzens und Herzaus-
wurfleistung. Sie
ermöglicht dadurch die Diagnose von angeborenen und
erworbenen Herzklappen- sowie Herzmuskelerkrankungen,
angeborenen Fehlbildungen von Gefäßen,
Herztumorerkrankungen und Flüssigkeitsansammlungen im
Herzbeutel (Perikarderguß).
Ein wesentlicher Vorteil der Ultraschalluntersuchung
im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren stellt
die geringe Belastung für den Patienten dar. Darüber
hinaus kann diese Untersuchung beliebig oft wiederholt
werden und so eine Überwachung des Krankheits-
verlaufes
bzw. der Therapie ermöglichen.
Um eine optimale Bildqualität zu erlangen, müssen die
Tiere vor der Ultraschallunter-
suchung an den
entsprechenden Stellen rasiert werden, da das Fell
oftmals die Qualität des Ultraschallbildes
beeinträchtigt. Die Untersuchung wird je nach zu
untersuchendem Organ in verschiedenen Positionen
durchgeführt (beispielsweise Herz – seitlich liegend
oder im Stehen; Bauchraum – überwiegend auf dem Rücken
oder seitlich liegend, teil-weise auch im Stehen;
Trächtigkeitsuntersuchung – im Stehen). Zur Untersuchung des Magendarmtraktes sollten die Tiere nüchtern sein,
d.h. mind. 12 Stunden davor nichts
gefressen haben.
Wir verfügen in unserer Klinik über eines der
modernsten Ultraschallgeräte mit Doppler, um all die
oben genannten Untersuchungen durchführen zu können.
Sollten Sie weitere Fragen zur
Ultraschalluntersuchung bzw. ihrer Durchführung haben,
steht Ihnen unser Praxisteam gerne zu Verfügung. |